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Humanitäre Hilfe für Bolivien

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Abbildung: Team Bolivien 2010 -

(Bild von li. K. Weng, T. Sander, Juan-Carlos, E. Valverde, A.Rühling, Ximena, K. Krumpiegl, V. Kranefuß)



Das Schrittmacher Implantationsprojekt in Bolivien wurde in Jahre 2005 auf die Initiative von zwei Dortmunder Ärzten gegründet; dem gebürtigen Bolivianer Dr. E. Valverde und Dr. K. Krumpiegl, die jedes Jahr zur Implantation von Herzschrittmachern nach Bolivien reisten.
Anfänglich als Ausnahme gedacht, entwickelte sich im Laufe der Jahre ein festes Projekt mit stetig wachsender Anzahl freiwilliger Helfer, zu denen nicht nur Ärzte sonder mittlerweile auch Fachkräfte verschiedener Berufsgruppen gehören. Um Kontinuität und Nachhaltigkeit des Projektes zu gewährleisten, wurde dann der gemeinnützige Verein,
Deutsche Bolivien-Hilfe e.V. ins Leben gerufen.
Das zentrale Projekt des Vereins ist die kostenlose Implantation von Herzschrittmachern in Bolivien an Patienten, die von der Chagas Krankheit befallen sind. Der Großteil der Bevölkerung im Hochland ist zu arm, um sich eine medizinische Behandlung leisten zu können. Viele Bolivianer sterben im jungen Alter an den Folgen der Krankheit. Bisher sind mehr als 200 Herzschrittmacher Implantiert worden. Dies war möglich Dank der Vielzahl von Sponsoren und Spenden für diesen Zweck. Nebenbei unterstützt der Verein die ländlichen und Kreiskrankenhäuser mit Krankenhausbedarf und medizinischem Gerät, sowie Schulungen und Fortbildungen in enger Zusammenarbeit mit dem einheimischen Personal der Precor Salud in Sucre.



Die Chagas-Krankheit


In Südamerika sind nach Angaben der WHO schätzungsweise über 16 Millionen Menschen mit dem Chagas-Erreger infiziert; etwa 50000 sterben jährlich an dieser Krankheit. Allein in Bolivien, mit seinen acht Millionen Einwohnern, ist ein Viertel der Bevölkerung betroffen. Die Chagas Krankheit herrscht nicht nur in den tropischen Gebieten, wie von vielen Autoren behauptet, sondern auch im Hochland. Anders als in Südamerika ist die Chagas-Krankheit in Europa weitgehend unbekannt. Informationen finden sich ausschließlich in einschlägiger Fachliteratur der Forschungsinstitute. Carlos Chagas ein Arzt und Bakteriologe aus Brasilien, hat die Krankheit, die seinen Namen trägt, entdeckt und 1909 zum ersten Mal beschrieben. Die Krankheit wird durch den Erreger Trypanozoma Cruzi verursacht. Dieser Einzeller wird durch eine Blutsauger-Raubwanze namens Vinchuca auf den Menschen übertragen. Die Raubwanze lebt in den mit Stroh gedeckten Lehmhütten der armen Bevölkerungsschicht auf dem Land. Die Tiere sind nachtaktiv und lassen sich von der Decke der Hütten direkt auf ihre Opfer fallen.Die Infektion erfolgt nicht durch den Stich selbst, sondern durch Einreiben des erregerhaltigen Kots einer infizierten Raubwanze in die Stichwunde, oder direkt durch die Haut. Bei einer erkrankten Mutter ist die Infektion des Fötus während der Schwangerschaft fast unausweichlich, so dass das Kind bereits mit der Krankheit geboren wird.

Die Chagas Krankheit durchläuft beim Menschen zwei Stadien:
Das erste, akute Stadium kurz nach der Infektions-Übertragung beginnt mit grippeähnlichen Symptomen, wobei im Bereich des Gesichtes Entzündungszeichen mit Ödemen in Höhe der erzeugten Wunden auftreten, die sogenannten Chagome. Ein typisches Merkmal für die Früherkennung ist das Romafia-Zeichen, die Bildung eines Chagoms im Bereich des Auges. In diesem Stadium sind meistens Kinder betroffen. Das chronische Stadium tritt in späteren Jahren allerdings nicht bei allen infizierten Personen auf. Hier finden sich dann Veränderungen in Bereich des Nervensystems und des Gastrointestinaltrakts. Vor allem die Herzmuskelschädigung führt zur Kardiomyopathie und zum “Plötzlichen-Herztod”.
Die medikamentöse Behandlung der Chagas-Krankheit ist nur im Früh-Stadium erfolgreich. Die Mortalität der unbehandelten Patienten ist sehr hoch. Trotz den Bemühungen der Regierungen und der ausländischen Hilfe durch Sanierung der Behausungen und der Verbesserung der hygienischen Zustände, läßt sich die Eindämmung der Krankheit nicht kurzfristig verwirklichen. Kardiomyopathien, die zur Dilatation der Herzmuskulatur führen, gehen einher mit Herzrhythmusstörungen, die die Implantation von Schrittmachern erfordern. Viele Patienten versterben deshalb, weil nicht rechtzeitig ein Herzschrittmacher implantiert wird und weil die Krankenkassen, insofern überhaupt vorhanden, in der Regel die notwendigen Behandlungskosten nicht übernehmen und die Patienten der betroffenen armen Bevölkerungsschicht sich aufwendige Behandlungen nicht leisten können.




Artikel aus den Ruhrnachrichten vom 06.02.2009

Medizinisches Equipment

Ein Röntgengerät, drei Ultraschallgerät, drei Narkosegeräte, chirurgische Instrumente, Hüftprothesen, Überwachungsmonitore und zehn Pflegebetten mit Nachttischen sollen Patienten, Schwestern und Ärzten in Südamerika bei der Behandlung unterstützten.
Die Instrumente und Geräte dienen hauptsächlich der Bekämpfung der Chagas-Krankheit – einer in Europa kaum bekannten Krankheit.


Armut ist Ursache für die Erkrankung

Denn betroffen sind davon äußerst arme und folglich sehr schwache Menschen: „Der Krankheitserreger greift die Herzen der Menschen an, was im fortgeschrittenen Stadium zum plötzlichen Herztod führt“, erläutert Projektleiter Dr. Ernesto Valverde.

Seine Partner in der St.-Lukas-Gesellschaft sind Dr. Klaus Krumpiegl (Hörde), Dr. Victoria Theres Kranefuss (Kirchlinde) und der Medizintechniker Thomas Sander (Hörde). Sie wollen das „Schrittmacherprojekt für Bolivien“ vorantreiben: Das Ärzteteam wird am 28. Februar zur Implantation von Schrittmachern nach Bolivien reisen. „Unsere Aufgabe wird sich vor allem auf ländliche Gebiete konzentrieren, die anfällig für die Chagas-Krankheit sind“, so Dr. Valverde. Und die Zeit drängt: Im fortgeschrittenen Stadium verursacht der Erreger meist den plötzlichen Herztod.
Die Schrittmacher sollen diese Schicksalsschläge verhindern. Ohne Hilfe seien die Erkrankten „zum Tode verurteilt“, so der Wissenschaftsjournalist Dr. Holger Böhm in einer Pressemitteilung der Lukas-Gesellschaft.